Reise nach Down Under – 1.Etappe Sydney

In diesem und in zukünftigen Artikeln werde ich über meine sechswöchige Reise nach Australien berichten. Da ich noch nicht genau weiss, wie viele Teile es werden, kann ich dir jetzt nicht sagen, wann ich mit dem Berichten über diese Reise fertig sein werde. Noch kurz zu den Fakten: Ich bin am 2. August von Zürich nach Sydney losgeflogen und am 14. September von Cairns zurückgeflogen. In Australien bewegte ich mich mit dem Greyhound fort und ich gab für die sechs Wochen Australien inklusive Flug weniger als 5000 Schweizer Franken aus. Fast alle sagen, dass Australien teuer sei. Ich kann dir aber zeigen, dass man auch mit einem kleinen Budget sehr viel Spass in Australien haben kann. Falls ich dein Interesse geweckt habe, und du dich wunderst, was ich so gemacht habe oder wie ich es geschafft habe nur so wenig auszugeben, rate ich dir, alle Teile meiner Australienreise zu lesen und mir in der Kommentarfunktion Fragen zu stellen.

Jetzt komme ich  zum wesentlichen und auch spannenderen Teil meiner Reise: Ich flog wie oben schon erwähnt am 2.August los und zwar am Abend. So konnte ich den ganzen Flug nach Singapur durchschlafen. Ich war ziemlich nervös, da es mein erster Flug ganz ohne Begleitung war. Die Freude, endlich mal alleine ohne Eltern zu fliegen und ein fremdes Land selbstständig zu erkunden, war jedoch grösser als die Nervosität. Nachdem ich mich von meinen Eltern verabschiedet hatte, ging ich durch die Sicherheitskontrollen. Da ich schon oft geflogen bin, war das ganz easy für mich, sodass ich schon viel zu früh beim Gate war. Ich setzte mich hin und hörte Musik. Rund 20 Minuten später kamen noch andere Passagiere zum Gate und die Sitze füllten sich allmählich. Neben mich setzte sich ein junger Asiate, der vieleicht zwei bis drei Jahre älter war als ich. Ich war so vertieft in die Musik, dass ich gar nicht merkte, dass er plötzlich anfing, mit mir zu sprechen. Erst als er die Hand ausstreckte und sich vorstellte, nahm ich die Kopfhörer raus und sagte ein schüchternes „Hi“. Ich war etwas genervt, da ich dachte, der will sicher etwas von mir. Er fragte in sehr gutem Englisch, wie ich heisse und wohin ich fliegen würde. Ich antwortete schüchtern auf seine Fragen in der Hoffnung, dass er bald aufhören würde mit mir zu reden.  Aber er hörte nicht auf zu plappern und mit der Zeit merkte ich, dass er sehr sympathisch war und einfach nur ein bisschen plaudern wollte. Er erzählte mir viel von seinem Urlaub in der Schweiz und dass er jetzt nach Malaysia zurückfliegen würde, da er wieder studieren musste und auch seine Heimat vermisste. Er erzählte mir, dass es zu seinem Morgenritual gehöre, jeden Morgen zu surfen, was er ja schlecht in der Schweiz praktizieren konnte. Die Zeit verging wie im Flug und bald rief schon eine Stimme, dass unser Flug bereit sei für das Boarding. Wir verabschiedeten uns und wünschten uns einen guten Flug. Warum erzähle ich dir das überhaupt, fragst du dich sicher. Ich erzähle dir das deshalb, weil ich aus dieser Begegnung etwas fürs Leben gelernt habe: Sei offen für Neues und komm aus deiner Komfortzone heraus. Ich bin ja sehr schüchtern und durch dieses Gespräch lernte ich, offener zu sein. Manchmal ergeben sich aus solchen Situationen sehr gute Gespräche und man lernt dabei nette Leute kennen.

Im Flugzeug sass ich neben dem Notausgang, sodass ich mehr Platz für meine Beine hatte. Du musst nämlich wissen, dass ich schon seit vielen Jahren Probleme mit meinen Knien habe. Ich setzte mich hin und hörte erneut Musik. Kurz darauf setzte sich ein älterer Herr um die mitte fünfzig neben mich. Ich dachte einfach, bitte stör mich nicht und lass mich in Ruhe. Doch wie das Schicksal ab und zu spielt, sah mich der Herr gerade an und sprach mich an. Abermals nahm ich die Kopfhörer raus und sagte schüchtern, ob er sich wiederholen könne. Er fragte mich, ob es mir gut ginge, da ich ein bisschen bleich aussah. Ich antwortete freundlich, dass alles in Ordnung sei. Er sprach weiter und fragte, woher ich komme. Als ich erwähnte, dass ich zur Hälfte Italiener bin, blitzten seine Augen auf und er fragte sofort von wo genau in Italien. Ich erzählte ihm, dass meine Grossmutter ursprünglich aus Neapel kam, jetzt aber in Carrù wohne. Er antwortete plötzlich auf italienisch und erzählte mir, dass er aus Kalabrien stamme. Wir sprachen stundenlang übers Reisen. Irgendwann waren wir beide müde und wir beschlossen zu schlafen. Ich war so aufgeregt, dass ich kein Auge zumachen konnte und deshalb hörte ich weiter Musik.

Gegen Nachmittag kamen wir endlich in Singapur an. Ich verabschiedete mich vom Reisenachbarn und nahm den Zug zu meinem Gate. Der Flughafen war riesig. Ich brauchte sicher mindestens 30 Minuten um von einem Gate zum anderem zu kommen. Nun musste ich circa fünf Stunden totschlagen. Ich schlenderte durch den Flughafen und sah mir die Läden und Restaurants an. Mit der Zeit bekam ich einen Mordshunger, und überlegte mir, etwas in einem Restaurant zu essen. Gerade noch rechtzeitig kam mir aber in den Sinn, dass ich eine Monatsration Krackers im Rucksack hatte. Ich setzte mich hin, ass und beobachtete die Hektik des Flughafenalltags. Irgendwann kam mir noch in den Sinn, dass ich vieleicht meiner Familie und meiner damaligen Freundin noch ein SMS schreiben könnte, dass ich gut in Singapur angekommen war. (Den Flughafen in Singapur werde ich im Bericht der Rückreise näher vorstellen). Der Flug nach Sydney war ziemlich ruhig. Mit Glück bekam ich einen Platz beim Notausgang. Dieser Platz war einem Kleinkind zugeteilt worden, was jedoch aus Sicherheitsgründe nicht erlaubt ist. Wir tauschten die Plätze und ich war wunschlos glücklich.

Gegen fünf Uhr morgens kam ich in Sydney an. Ich ging durch die Sicherheitskontrollen und holte meinen Koffer ab. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit kam mein Koffer endlich an, gerade als ich dachte, er sei irgendwo verloren gegangen. Ich verliess den Ankunftsbereich und das Erste, was ich sah, liess mein Herz vor Freude hüpfen. Ich spürte eine warme und vertraute Umarmung. Es war meine damalige Freundin Sureya die mich am Flughafen abholte. Sie war schon 2 Wochen vor mir nach Sydney geflogen, um einen Surfkurs zu machen. Ich konnte damals nicht mitgehen, da ich noch meinen Arbeitsvertrag erfüllen musste. Auch Sie strahlte, als sie mich endlich wieder in Ihren Armen hielt. Ich musste sogar vor Freude eine Träne verdrücken. Da ich seit dem Abflug in Zürich nicht geschlafen hatte, wollte ich einfach nur in unser Appartment, um zu duschen und ein bisschen auszuruhen. Sureya hingegen wollte mir unbedingt sofort die Stadt zeigen. Da ich aber Sydney schon kannte, brannte ich nicht so sehr darauf. Unser Appartment welches wir auf AirBnB gemietet hatten, befand sich nur drei Minuten von der Central Station. Ich duschte und machte mit Ihr einen Deal, dass wir uns 30 Minuten hinlegen, danach Frühstücken und anschliessend die Stadt erkunden würden. Als erstes gingen wir zum Hydepark. Zunächst war ich nicht gerade beigeistert,  was wahrscheinlich daran lag, dass ich lieber noch länger geschlafen hätte. Mit der Zeit gefiel mir der Hyde Park immer besser. Es ist ein riesiger Park mit einer langen Fussgängerstrasse, die links und rechts von Bäumen und Wiesenabschnitten gesäumt ist.

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Hyde Park

Unser Ziel war der Darling Harbour. Dort befindet sich nämlich mein persönliches Highlight von Sydney – dachte ich zumindest. Ich wollte wieder das Sea life Sydney Aquarium besuchen, welches ich schon 2004 besichtigt hatte. Das Aquarium war aber eine riesige Enttäuschung, zumindest für mich. Zunächst mussten wir 30 Minuten beim Ticketschalter warten, bis wir endlich dran waren. Danach erfuhren wir, dass die Tickets circa 50 AUD kosteten, was in etwa 40 CHF entsprach. Aber all das ging ja noch. Als wir drinnen waren, merkte ich sehr schnell, dass das Aquarium sich stark verändert hatte. Die einzelnen Aquarien waren weniger schön dekoriert und allgemein gab es viel weniger Meeresbewohner als beim letzten Mal. Deshalb empfehle ich dir: Wenn du es unbedingt sehen willst, dann geh. Aber wenn du nicht so darauf brennst, kannst du sehr gut darauf verzichten, ohne etwas verpasst zu haben. Das einzig lustige war, mit dem Schlauchboot durch das Pinguingehege zu fahren. Aber Achtung: Nichts für dich, wenn du schnell frierst.

Nach diser Enttäuschung brauchte ich erstmal etwas zu Essen. Wir gingen wieder zurück Richtung Appartement, da sich gerade eine Minute von uns die Spicey Alley befand. Die Spicey Alley ist eine sehr enge Gasse mit vielen kleinen asiatischen Restaurants. Das Essen war der Hammer! Wenn du mal in Sydney bist, geh unbedingt in die Spicey Alley. Du wirst es nicht bereuen. Sattgefressen gingen wir nach Hause und schliefen dann ausversehentlich so tief ein, dass es schon Abend war, als wir wieder aufwachten. Nach einem gesunden Salat beschlossen wir noch etwas trinken zu gehen, um auf unseren bevorstehenden gemeinsamen Urlaub anzustossen. Die Bar namens Gin Lane war gerade in der Nähe und die gefiel uns von allen Bars die wir gesehen hatten am besten. Die Drinks waren fantastisch, wirklich fancy und auch das Preis-Leitungsverhältnis stimmte.

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Pyrmont Bridge

Ich bin voll der Naturfreund, wie du es vielleicht im Artikel Über mich gelesen hast. Deshalb wollte ich am nächsten Tag unbedingt die Botanic Gardens von Sydney anschauen gehen. Der Park war wirklich sehr gross und schön gestaltet, jedoch gefiel mir der Hyde Park viel besser. In den Botanic Gardens assen wir dann unsere Sandwiches und schliefen noch eine Runde auf der Wiese und genossen die Sonnenstrahlen  auf unserer Haut.

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Botanic Gardens

Gut ausgeruht, machten wir uns auf den Weg zur Sydney Opera. Dort angekommen schossen wir die typischen Touristenselfies und liefen noch ums Opernhaus herum. Das spezielle am Opernhaus ist die Architektur. Das ganze Gebäude besteht aus fünf Bögen. Angeblich soll der Architekt auf die Idee dieser Bögen gekommen sein, als er eine Mandarine schälte und die Schale die Form eines solchen Bogens annahm. Leider löschte ich am nächsten Tag versehentlich alle Bilder vom Opernhaus von der Kamera, sodass ich dir hier keines zeigen kann. Danach liefen wir zu The Rocks, die Altstadt von Sydney. Diese Gegend war ursprünglich ein Lager für Sträflinge. Da es Sonntag war, waren alle Museen und die meisten Läden geschlossen worüber ich nicht so traurig war, da ich den grössten Teil der Museen schon vor Jahren mit meiner Mutter besuchen musste. Glücklicherweise gab es aber einen Flohmarkt und so konnten wir doch noch etwas in the Rocks anschauen. Anschliessend wollten wir die Harbour Bridge bei Sonnenuntergang überqueren. Leider hatten wir nicht bedacht, dass wir auf der falschen Brückenseite waren und deshalb zwischen uns und dem Sonnenuntergang die Fahrspuren und ein hohes Gitter verliefen. Weshalb wir kaum etwas mitbekamen.

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Sydney Opera von der Harbour Bridge aus gesehen

Auf der anderen Seite der Harbour Bridge angekommen, liefen wir Richtung Luna Park um von dort aus die Fähre zurück zum Circular Quay zu nehmen. Der Luna Park schien von aussen nichts Spezielles, weshalb wir beschlossen nicht rein zu gehen. Das einzige was uns beide gereizt hätte, war das Riesenrad. Wir liessen es jedoch sein und nahmen die Fähre zurück zum Pyrmont Bay, eine Station in der Nähe vom Sydney Aquarium. Dort wollten wir ein Restaurant suchen. Jedoch machte uns dort so keines wirklich an und wir liefen weiter bis zum Park Palm Grove. Dort assen wir im erst bestem Restaurant, da wir beide am verhungern waren.

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Sonnenuntergang im Luna Park
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Sydney Opera bei Nacht

Da Sureya und ich uns sehr für Märkte interessieren, beschlossen wir am nächsten Tag zum Fish Market zu gehen und uns ein Fisch zu kaufen, den wir am Abend zubereiten wollten. Da wir aufgrund unseres kleinen Budgets nicht jeden Tag ins Restaurant essen gehen wollten , kochten wir oft zu Hause. Schon von weitem konnten wir den Fisch riechen. Als wir dann in der riesigen Lagerhalle standen, glaubten wir unseren Augen kaum: Überall Fisch, soweit das Auge reichte! Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Fische auf einem Haufen gesehen. Besonders gut fand ich, dass es sowohl gekochten als auch rohen Fisch gab. Die Lagerhalle bestand aus ganz vielen kleinen Ständen von denen einige auch super aussehendes Sushi anboten. Dort sah ich zum ersten Mal Sushitacos und Sushibagels. Überzeug dich selbst!

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Sushibagels
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Sushitacos

Sushi ist mein Lieblingsessen. So war es für mich selbstverständlich, dass ich mir ein riesen Sushi zum Mittagessen gönnen musste. Wir assen das Sushi dann im Victoria Park, da wir unbedingt das schöne Wetter geniessen wollten. Wir besuchten natürlich noch das Queen Victoria Building, ein riesiges Einkaufszentrum, und tranken dort einen Kaffee. Zum Schluss machten wir noch einen kleinen Abstecher zu den Surry Hills, dem angesagtem Quartier von Sydney. Ein kleines Quartier mit vielen Esständen und Pubs. Ganz okay aber nicht wirklich speziell. Zum Schluss tranken wir noch einen Apero auf der Dachterasse unseres Appartments und kochten danach unseren Goldband Snapper an einer Butterknoblauchsauce garniert mit Tomaten und Couscous. Dies war unser letzter ganzer Tag in Sydney, denn am nächsten Tag ging es nach Katoomba, unserer zweiten Station.

Wie es weiter geht mit unserer Reise erfährst du nächsten Monat. Es kommt aber noch ein kleiner Artikel Mitte Monat mit Tipps und meinen Eindrücken zu Sydney. Ebenso plane ich einen weiteren kleinen Artikel über die Gadgets und Materialien, die ich auf unserer Reise gebraucht habe, zu schreiben. Gerne freue ich mich darüber wenn du ein Like hinterlässt oder ein kleines Feedback in der Kommentarfunktion. Vergiss nicht mir zu folgen, falls du dies noch nicht tust.  Stay tuned!


 

Ein Kommentar zu „Reise nach Down Under – 1.Etappe Sydney

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