Wochenendtrip nach Carru

Ausnahmsweise kommt mal ein Beitrag schon mitte Monat. Ich war mitte Februar für drei Tage im Piemont, um genau zu sein in Carru, ein Dorf in der Nähe Cuneos, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Carru wird auch Porta delle Langhe genannt, ist also das Tor zum berühmten hügeligen Weingebiet, den Langhe, wo so berühmte Weine wie Barolo, Barbaresco oder Barbera produziert werden. Im Herbst und Winter ist die Gegend auch für die teuren weissen Trüffel von Alba bekannt, weshalb dann jeweils ganze Heerscharen von Deutschen und Schweizern in diese Gegend pilgern, um sich in überteuerten und überfüllten Restaurants das Geld aus der Tasche ziehen zu lassen. Carru ist der Heimatort meiner Mutter und wir fuhren dorthin, um den 92. Geburtstag von meiner Grossmutter zu feiern.  Gerne teile ich die Erlebnisse auf meinem Wochenendtrip mit dir. Es ging Freitag in der Frühe los. Ich durfte, obwohl ich den Führerschein erst einen Tag zuvor gemacht hatte, schon mit dem Auto meines Vaters bis kurz nach dem Gotthardtunnel fahren. Zuerst mussten wir jedoch noch meine Schwester in Thalwil abholen, da sie nicht mehr bei uns wohnt. Die Fahrt war ziemlich ruhig. Ich genoss es in vollen Zügen, das Vertrauen meiner Eltern zu haben und endlich Autofahren zu können. Bei der Raststätte in Airolo löste mich dann leider meine Mutter ab und ich musste wieder hinten Platz nehmen. Am liebsten wäre ich bis zur Schweizergrenze gefahren, aber man kan ja nicht immer alles haben im Leben. Die Fahrt danach war immer noch sehr ruhig. Ich hörte Musik ,um die Zeit tot zu schlagen. Nach unendlich vielen Stunden (es waren drei, gefühlt aber acht) kamen wir endlich in Carru bei der Wohnung meiner Grossmutter an. Da wir müde von der Autofahrt waren, beschlossen wir eine Stunde auszuruhen.

Später fuhren wir nach Dogliani zu der Azienda Agricola Marziano Abbona, ein Weingut in den Langhe. Du musst wissen, wir kennen Marziano schon ewig und er macht wirklich guten Wein, weil er etwas von seinem Werk versteht. Seine Weine kann man auch im Globus kaufen, falls du den Wein mal probieren willst. Allerdings ist er dort ziemlich teuer, so ab 18 Franken pro Flasche für den billigsten Dokcetto. Marziano begrüsste uns persönlich und schon kurz darauf ging es in den Weinkeller um ein paar Weine zu degustieren.

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Weinkeller von Abbona

Kaum waren wir im Weinkeller, sahen wir hunderte von Weinfässern, in denen der köstliche Wein bis zum Zeitpunkt der Abfüllung lagerte. Der ganze Keller roch nach gärenden Trauben. Dieser Keller lässt jedem Weinkenner das Herz höher schlagen. Wir degustierten mehrere Weine. Zuerst einen sehr speziellen Rotwein, welcher keine Sulfite hatte. Geschmacklich war er einfach top aber natürlich auch teuer wegen der speziellen Herstellung. Danach probierten wir einen weiteren Rotwein. Später noch 2 Weissweine und zum Schluss noch einen Rosé. Mir persönlich gefielen alle Weine, jedoch fand ich den ohne Sulfite am besten. Mein Vater kaufte mehrere Flaschen und danach verabschiedeten wir uns, um weiter richtung Cuneo, die nächst gelegene Stadt, zu fahren.

In Cuneo angekommen trennten wir uns. Ich und meine Schwester gingen selbstständig die Stadt erkunden, während meine Mutter mit meinem Vater noch irgendwelche Sachen erledigen musste. Wir machten jedoch ab, dass wir uns in einer Stunde in der Bar Sillano treffen würden, um einen Apero zu trinken. Meine Schwester und ich schlenderten also durch Cuneo. Cuneo ist zwar eine kleine Stadt, etwa wie St. Gallen, aber sie begeistert mich jedesmal mit ihrem Charme. Ich liebe es durch die engen Gassen durchzulaufen, um dann später auf eine immens breite Strasse zu gelangen. Die Haupstrasse ist von hunderten von Torbögen geschmückt, welche in meinen Augen typisch für Cuneo sind. Unter diesen Torbögen befinden sich unzählige Läden, darunter auch ein H&M, in welchen wir noch sehr kurz reingingen, weil meine Schwester umbedingt noch etwas brauchte. Als die Stunde vorüber war, gingen wir zu Sillano, einer Bar im Zentrum von Cuneo. Ich liebe diese Bar, da du dort einen Aperitiv für fünf Euro bekommst und du dich dann all-you-can-eat-mässig auf das Buffet stürzen kannst, ohne noch mehr zu bezahlen. Einziger Nachteil: Man überfrisst sich und wir mussten nach dem Apero noch Abendessen gehen in einem Restaurant in Carru, in dem wir einen Tisch reserviert hatten.

Also völlig vollgefressen (ich zumindest) gingen wir danach nach Carru, um abend zu essen. Das Restaurant hiess Pintun und war einfach nur super! Alle aus meiner Familie nahmen eine Pizza, ausser mir. Ich war so voll, dass ich dachte, eine Pizza würde ich nicht mehr mögen. Deshalb nahm ich eine Milanesina (Schnitzel) mit Gemüse, da ich dachte, ich würde die schon noch runterkriegen. Aber es war viel zu viel. Zum Glück half mir meine Schwester mit dem Gemüse aufessen, denn ich hasse es, gutes Essen liegen zu lassen. Zum Trinken gab es ein spezielles Bier namens AnimA aus der Gegend von Cuneo. Ich war vollkommen mit dem Essen und der Location zufrieden und würde es dir, falls du jemals in Carru bist, sehr empfehlen.

Am nächsten morgen fuhren wir nach Venaria, einem Vorort von Turin, um eine Fotoaustellung vom berühmten Fotografen Erwin Elliot zu besichtigen. Die Ausstellung hiess Personae und ist wirklich sehenswert, auch wenn ich Landschaftsfotografie gegenüber Porträtfotografie bevorzuge. Trotzdem hatte ich meinen Spass und danke meinem Vater, dass er uns mitgenommen hat. Noch etwas spezielles zum Ort Venaria. Eigentlich heisst der Ort Venaria reale und war ein grosses Jagdschloss des Hauses Savoyen und ist das zweitgrösste Schloss Italiens.

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Sehr kleiner Teil vom Schloss

Nach der Ausstellung liefen wir noch der Via Andrea Mensa, der „Hauptstrasse“ von Venaria reale entlang. Gegen Nachmittag fuhren wir dann zurück, um uns auszuruhen, da wir am Abend in ein nobles Restaurant gingen, um den 92. Geburtstag meiner Grossmutter zu feiern. Am Abend gingen wir dann die ganze Familie mit den Verwandten ins Restaurant „I 5 sensi“ um zu feiern. Das Essen war unbeschreiblich gut. Nur wenn ich schon daran zurück denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Als erstes gab es ein Amuse Bouche bestehend aus einer Suppe mit Fleisch drinn. Zur Vorspeise gab es eine Art von Roast Beef mit Gemüse,  Lachscarpaccio mit Fenchelsalat und Birnen mit Lauch im Filoteig an einer Gorgonzolasauce. Als erste Hauptspeise gab es dann Ravioli al Plin mit Huhnfüllung in einer Brühe und als zweite Hauptspeise karamellisiertes Thunfischsteak. Als Dessert gab es dann natürlich einen Kuchen und dann nochmals einen Apfelkuchen und zwei verschiedene Puddingarten. Wie es sich für ein Nobelrestaurant gehört, waren die Portionen winzig. Ich hatte Angst ich würde nicht satt werden, doch alles im ganzen wurde mein Heisshunger gestillt.

Der Abend war wirklich super, nach langer Zeit sah ich wieder den grössten Teil meiner Cousins. Natürlich erzählte ich Ihnen von meinem Blog. Einziger Nachteil ist, dass sie kein Deutsch können wie du und ich. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken eventuell meinen Blog zweisprachig zu machen. Aber mal sehen was die Zukunft noch bringt. Zum letzten Tag gibt es dann nicht mehr viel zu erzählen. Wir fuhren zurück nach Zürich und ich durfte dieses mal von der Schweizergrenze bis nach Hause fahren.

Gerne erfreue ich mich über ein Feedback und ein Like.

(Ps: Alle Fotos vom Wochenendtrip findest du bei der Bildergalerie)


 

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