Reise nach Down Under – 3. Etappe Port Macquarie

Als wir in Port Macquarie ankamen, war es vier Uhr morgens und Sureya und ich waren todmüde. Lustig war, als wir aus dem Greyhound ausstiegen, wurden wir auf sehr gutem Bernerdeutsch gefragt, ob wir Sureya und Leandro seien. Ich konnte meinen Ohren kaum glauben und dachte, das läge an der Müdigkeit und  ich hätte mich verhört. Abermals hörte ich die Stimme und ich antwortete mit einem müdem Ja. Da realisierte ich, dass unser Gastgeber auch ein Schweizer war. Er brachte uns dann zu unserem Appartment und wünschte uns noch einen schönen Tag. Wir waren aber noch so müde, dass wir direkt wieder ins Bett schlafen gingen. Gegen Mittag standen wir dann auf und beschlossen, dass es heute einen Strandtag gäbe, da ich endlich mal ans Meer wollte. Aber als erstes wollte ich noch etwas Kleines essen. Also gingen wir erst einkaufen und auf dem Nachhauseweg kamen wir an einem Dominos Pizza vorbei und da kam uns die Idee, eine Pizza zu kaufen und diese am Strand zu essen.

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Unser Strand

Am Strand angekommen, waren wir fast allein dort. Ich machte mir nicht viele Gedanken darüber und breitete mein Strandtuch in der Nähe einer grossen Felsformation aus. Ich hatte ein klares Ziel vor Augen: Sofort ins Meer zu springen und mich ein bisschen abzukühlen, obwohl es windig war an diesem Tag. Ich rannte auf das Meer zu und kaum erwischte mich der erste Wassertropfen, wusste ich, wieso der riesige Strand so leer war. Das Meerwasser war eiskalt! Kaum drinnen, rannte ich schon wieder zurück zu meinem Strandtuch. Ich war sehr enttäuscht und deshalb schlug Sureya vor, vor dem Essen noch einen kleinen Strandspaziergang zu machen. Da die Pizza sowieso schon kalt war, willigte ich ein. Wir liefen zu einem Leuchtturm und als wir etwa 200-300 Meter entfernt von unseren Strandtüchern waren, sah ich von weitem zwei Hunde die miteinander spielten. Ich sagte zu Sureya: „Behalte die Hunde im Auge, dass sie nicht unsere Pizza essen.“ Kaum hatte ich das ausgesprochen, rannte einer von den beiden Hunden schon in Richtung unserer Strandtücher.  Ich rannte so schnell ich konnte zurück, während Sureya sich kaputt lachte. Gerade rechtzeitig angekommen konnte ich die Hundeschnauze davon abhalten, den Pizzakarton aufzumachen. Leider wurde beim Versuch, die Pizza zu retten diese ein bisschen sandig. Wir beschlossen dann unsere Pizza als erstes aufzuessen und danach zu spazieren.

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Entdecker auf der Suche nach einem Schatz

Nach dem Essen liefen wir dann endlich zum Leuchtturm. Ich war ständig auf der Suche nach schönen Muscheln oder Steinen für meine Grossmutter, und zusätzlich hoffte ich, noch irgendwelche Krebse oder Ähnliches zu sehen. Aber das Einzige, was ich entdeckte, war eine alte, verottete Sandale. Oben auf dem Leuchtturm angekommen, hatten wir eine super Aussicht auf den Strand und das Meer. Wir machten eins zwei Fotos und liefen wieder runter, da es wegen des Windes wirklich sehr kalt war. Danach war der Tag auch schon fast fertig. Wir kochten und machten einen gemütlichen Filmeabend

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Jemand Lust zu springen?

Am nächsten Tag nahmen wir dann den Bus Richtung Port Macquarie (vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass unsere Wohnung und der Leuchtturm circa 12 Kilometer von Port Macquarie entfernt sind). Als erstes gingen wir zum Koala Hospital. Das Koala Hospital kümmert sich um verletzte Koalas und wildert sie wieder aus, sobald sie vollkommen gesund sind. Ich fand es gut, dass der Eintritt gratis war und man aber dafür eine kleine Spende geben konnte. Als erstes gingen wir in die Infohütte, um alles Wichtige über die Koalas zu erfahren. Danach kam man an einem sehr speziellen Fenster vorbei. Man konnte nämlich durch dieses Fenster direkt in den Operationssaal hineinschauen. Zum Glück gab es aber nichts zu sehen, denn das hiess, dass es allen Koalas gut ging. Danach gingen wir zu den Koalas, die für immer dort bleiben müssen, da sie so schwer verwundet sind, dass sie in der Wildniss sofort sterben würden. Ich fand es mega herzig, dass jeder Koala einen Namen hatte und jeder eine eigene Geschichte erzählte. Ich merkte richtig, dass die Leute, die dort arbeiten, die Koalas nicht wie Tiere, sondern wie menschliche Individuen behandelten. Dort muss du unbedingt hingehen!

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Say cheese!

Unmittelbar neben dem Koala Hospital befindet sich das Rotohaus. Das Rotohaus ist ein altes Haus, das 1890 von James Condon gebaut wurde. Das Rotohaus ist eines von wenigen Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert in Port Macquarie, die noch erhalten sind . Da ich mich nicht so für Geschichte interessiere, fand ich das Rotohaus nur mittelmässig. Als nächstes liefen wir zurück zum Zentrum durch den Kooloonbung Creek Nature Park. Dieser Naturpark ist eine Flusslandschaft voll von Mangrovenwäldern. Am Anfang des Parks sahen wir noch ein Schild, dass man die schlafenden Flughunde nicht wecken sollte. Ich dachte, dass wir sowieso keinen sehen würden, obwohl ich schon lange mal einen in freier Wildbahn beobachten wollte. Wir liefen los und nach circa zehn Minuten sagte Sureya: „Schau dort oben ist einer!“. Die Freude war riesig, als ich ihn entdeckte, und ich merkte schnell, dass es nicht nur einer, sondern um die 10 Flughunde waren, die alle kopfüber am Baum hingen. Ich kann dir sagen, es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn du die Tiere in freier Wildbahn siehst, statt im Zoo. Ich schoss sofort ein Foto und beobachtete sie beim schlafen. Ich liebe Tiere so sehr, ich könnte Stunden damit verbringen, sie zu studieren und zu beobachten.

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Schlafende Flughunde

Ich fand den Park sehr speziell, da er sehr abwechslungsreich war. Manchmal erinnerte er mich an einem europäischen Wald, dann wiederum an einen Mangrovenwald und einmal dachte ich, ich sei in einer afrikanischen Savanne. Du siehst der Park ist wirklich sehr facettenreich. Am Abend gingen wir zum Strand und genossen den wunderschönen Sternenhimmel mit ein bisschen Alkohol. Da wir ausserhalb der Stadt waren und es keine Wolken gab, war es einer der schönsten Sternenhimmel, die ich je gesehen habe. Ps. Kleine Warnung: In Australien ist es verboten, Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken, ausser man packt diesen so ein, dass man nicht sieht, dass es Alkohol ist. Oder du lässt dich einfach nicht erwischen 😉

Am nächsten Tag beschlossen wir, den Coastal Walk zu machen. Dieser fängt beim Tacking Point Lighthouse an und endet im Westportpark in Port Macquarie. Der ganze Walk war etwa 10-12 Kilometer lang und sehr gemütlich. Als erstes liefen wir von unserem Strand zum Lighthouse. Dort hielten wir kurz Ausschau nach wandernden Walen, da uns ein Mann erzählt hatte, er habe vor einer Stunde eine Walschule gesehen. Danach liefen wir von Strand zu Strand. Ich fühlte mich wie ein Entdecker, der gerade auf Australien gestrandet war und jetzt das Land erkundete. Ich hob jeden noch so kleinen Stein auf und inspizierte ihn aufs genauste und hielt immer wieder inne um kleine Krebse und Seesterne zu beobachten. Auf dem Weg sahen wir auch noch die typischen Brush Turkeys und ich scherzte immer mit Sureya, dass wir doch einen fangen und dann später grillieren sollten.

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Coastal Walk

Nach mehreren Stunden kamen wir beim Break Wall in Port Macquarie an. Der Break Wall war eine Wand aus sehr grossen Steinen, die dazu diente, die Bucht von Port Macquarie vor grossen Wellen zu schützen. Speziell daran ist, dass die Steine von Menschen aus der ganzen Welt bemalt wurden. Viele verewigten sich auf diesen Steinen mit ihrem Namen oder malen irgendetwas. Einige waren sehr schräg, einige sehr kitschig und andere sehr traurig, da sie verstorbenen Menschen gewidmet waren. Mein Lieblingstein war ein Bild mit einem stürmischen Sonnenuntergang mit einem Leuchtturm und dem Zitat: „You’re the guiding light in a stormy night.“ Leider habe ich Idiot die Bilder der Break Wall aus Versehen gelöscht. Vom Break Wall bis zum Westport Park war es dann nicht mehr all zu weit. Aber der Schluss des Walks war sehr enttäuschend. Der Westport Park war nichts besonderes, ein kleiner Park der gerade renoviert wurde. Aber auf dem Weg haben wir noch 2 Pelikane gesehen!

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Pelikane in der Bucht von Port Macquarie

Am letzten Tag in Port Macquarie liehen wir uns zwei Fahrräder bei einem Hostel aus und beschlossen, den Park Woregore Nature Reserve zu besichtigen, da wir die Idee hatten, im Fluss zu schwimmen. Vieleicht habt ihr gemerkt, dass ich schon darauf brannte, endlich mal wieder zu schwimmen. Ich dachte, heute würde der Tag sein, an dem ich endlich baden konnte. Die Freude verflog aber sehr schnell, als wir ein Schild entdeckten, dass vor Salzwasserkrokodilen warnte. Also wurde es wieder nichts mit Schwimmen. Da ich aber extra meine Badehose angezogen hatte, schlug ich vor, an einem Strand in der Nähe von Port Macquarie zu baden. Am Strand angekommen, war es endlich soweit: Ich zog mein T-Shirt aus und rannte ins Meer. Ich konnte nach langer Zeit mal wieder im Pazifik schwimen. Das Wasser war eiskalt, aber das war mir zu diesem Zeitpunkt völlig egal. Am  frühen Nachmittag fuhren wir noch zum Local Food Market. Jedoch war dieser eher eine Enttäuschung, da es nur vier bis fünf Stände waren, die fast nichts anboten. Wir beschlossen, Sushi zu kaufen und am Pier zu essen, da es dort sehr schön war und wir den Alltag in Port Macquarie beobachten konnten. Zusätzlich sahen wir sogar einen Delfin in der Bucht, der versuchte, die Fische der Fischer zu stibitzen. Später brachten wir unsere Fahrräder zurück und nahmen den Bus nach Hause, um zu packen, da wir um vier Uhr morgens wieder abfahren mussten Richtung Byron Bay.

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Woregore Nature Reserve Park

Mitte Monat kannst du dann wieder meine persönliche Eindrücke von Port Macquarie lesen. Vergiss nicht, wenn dir der Artikel gefallen hat ein Like dazulassen und meinem Blog zu folgen wenn dir der Inhalt gefällt. Feedbacks sind immer gern erwünscht. Also stay tuned!


 

Ein Kommentar zu „Reise nach Down Under – 3. Etappe Port Macquarie

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