Roadtrip durch bella Italia – Rückreise

Ich erinnere mich noch, als ob es gestern gewesen wäre: Als wir wieder die Rückreise antreten mussten, ging alles mögliche schief. Als ob das Schicksal uns mitteilen wollte, dass wir länger in Ischia bleiben sollten. Der Tag fing  super an. Maurizio gab uns einen grossen Rabatt, d.h. wir mussten viel weniger zahlen, als eigentlich geplant war. Wir beschlossen ein letztes mal in der Dolce Sosta zu frühstücken, um uns gehörig von Ischia zu verabschieden. Aber nach dem Frühstück ging alles schief. Ich erinnere mich nicht mehr genau: Entweder hatten wir nicht auf die Uhrzeit geschaut oder unser Fahrplan für die Fähre war nicht mehr aktuell.  Als wir nämlich zum Hafen fuhren, sahen wir von weitem, wie die Fähre sich bereits vom Hafen entfernte. No Problem dachten wir, die Fähren gehen ja fast stündlich. Aber natürlich gab es Komplikationen. Am Hafen angekommen, spurten wir uns in die Reihe der wartenden Autos ein und Michel und ich gingen zum Ticketschalter. Beim Ticketstand angekommen, erfuhren wir dann, dass die Fähre schon komplett war. Langsam kamen wir in Zeitdruck:  Erstens wollten wir unbedingt den chaotischen Feierabendverkehr bei Napoli vermeiden, zweitens war unser nächstes Etappenziel vier Autofahrtstunden von Pozzuoli entfernt, und wir hatten mit der Gastgeberin unserer Wohnung abgemacht, dass die Schlüsselübergabe um 18 Uhr stattfinden sollte. Die nächste Fähre von Ischia Porto fuhr erst um 15 Uhr, und das war eindeutig zu spät für uns. Zum Glück gab es aber noch eine andere Fähre um 13 Uhr ab Casamicciola. Wir beschlossen also, nach Casamicciola zu fahren und dort unser Glück zu versuchen. Ich war ziemlich gestresst, da ich nicht wusste, ob wir Ischia überhaupt noch rechtzeitig verlassen könnten. In Casamicciola hatten wir dann mehr Glück. Wir mussten zwar eine Stunde auf einem Parkplatz warten, jedoch konnten wir noch Tickets für die Fähre ergattern.

Circa um 14:30 kamen wir in Pozzuoli an, nach einem Zwischenhalt auf der nahe gelegenen Insel Procida, auf der ich einmal als ganz kleiner Junge eine Ferienwoche verbracht hatte. 10 Minuten später waren wir endlich auf der Autobahn Richtung Orvieto, unserer ersten Etappe der Rückreise. Die Autofahrt war ganz entspannt und so konnte ich mich endlich mal zurücklehnen und eine Stunde schlafen. An diesem Tag habe ich etwas fürs Leben gelernt: Kaufe die Tickets immer vorher oder sei zwei Stunden früher bei der Fähre, damit nicht das gleiche nochmals passiert. Leider war das noch nicht das Ende unserer Unglückssträhne: Zuerst  verfuhren wir uns gründlich, dann, endlich in Orvieto angekommen, fanden wir unsere Wohnung nicht, sodass wir erst gegen 19 Uhr einchecken konnten. Die Wohnung war aber gross und sauber und die Gastgeberin super nett. Wir duschten und danach beschlossen wir, raus zu gehen und die Stadt nach einem Restaurant abzuklappern. Es ging nicht lange und wir fanden ein Restaurant, das uns allen gefiel (wahrscheinlich weil wir sehr hungrig waren und so schnell wie möglich essen wollten). Beim Essen lernten wir ein Schweizerpaar kennen und wir unterhielten uns über das schweizerische Militär und die Wehrpflicht. Keine Ahnung, wie wir auf dieses Thema kamen.

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Orvieto – Foto von Fredrik

Eigentlich wollten wir nach dem Essen früh ins Bett, jedoch kam es dann ganz anders. Wir tranken in unserer Wohnung Pfirsich-Vodka und unterhielten uns über Frauen, Beziehungen und Liebe. Es war ein sehr ehrliches und gutes Gespräch unter Jungs. Das einzig Doofe war, dass ich wieder meine Freundin vermisste. Jedoch hatte der Abend für jemand von uns ein sehr gutes Ende. Dank dem Vodka und den Gesprächen traute sich Michel, ein Mädchen, das ihm gefiel auf Whatsapp zu kontaktieren, die später seine Freundin wurde. Am nächsten Morgen standen wir früh auf und machten uns auf den Weg Richtung Vernazza, ein Dorf  im Cinque Terre Gebiet. Ich erinnere mich noch, wie Fredi extra eine Stunde früher aufstand, um Orvieto anzuschauen. Michel und ich waren viel zu müde. Wo war ich schon wieder? Aja, Richtung Vernazza. Auf dem Weg geschah nicht viel. Es regnete sehr viel, aber die Landschaft war echt schön. Während der ganzen Autofahrt hörten wir Musik und sangen lauthals dazu, auch wenn wir ab und zu den Ton verfehlten. Hauptsache wir hatten Spass und genossen die Fahrt. Nach la Spezia fuhren wir in den Cinque Terre der Küste entlang. Diese Strecke ist sehr empfehlenswert, auch wenn es ein grosser Umweg ist, denn der Ausblick auf die Landschaft ist grandios.

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On the road – Cinque Terre

Vernazza war leider für meinen Geschmack eine riesige Enttäuschung. Man kennt die wunderschönen Fotos von den Cinque Terre, jedoch sieht es in der Wirklichkeit dann ganz anders aus. Völlig von Touristen überströmt und total touristisch gestaltet. Unsere Wohnung war auch nicht gerade das Gelbe vom Ei und sehr dreckig. Trotz der Enttäuschung würde ich dir empfehlen, Vernazza mindestens kurz anzuschauen. Wir liefen durch das Dorf und beschlossen dann, in der Bucht unser letztes Bad im Meer zu nehmen. Eigentlich sehr doof von uns, da es regnete und auch grosse Wellen gab (nicht zum Nachmachen empfohlen!). Trotzdem hatten wir unseren Spass. Später wollten Fredi und Michel mit dem Zug ins Nachbardorf fahren. Ich hatte keine Lust mitzugehen, da ich unbedingt mit meiner Freundin auf Facetime sprechen wollte.Eigentlich bin ich ja nicht so anhänglich, aber wir waren erst seit kurzer Zeit zusammen und da vermisst man sich ja noch eher. Am Ende fuhren Fredi und Michel doch nicht ins Nachbardorf, sondern sahen sich in Vernazza um. Am Abend kochten wir zuhause und beschlossen dann eine Bar aufzusuchen. Dies wurde aber schwierig, da fast alles zu war. Schlussendlich fanden wir aber doch noch eine Bar und konnten noch ein zwei Biere trinken.

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Squad mit Maskottchen in Vernazza

Am nächsten Tag fuhren wir unsere letzte Etappe nach Turin. Auf dem Weg machten wir einen Zwischenhalt in Carru, bei der, für mich besten Köchin der Welt, meiner Grossmutter. Wir assen dort zu Mittag und erzählten ihr von unserer Reise. Mein Cousin war auch dabei und ich fragte ihn, da er in Turin studiert,  wo man dort gut essen kann und was man besichtigen sollte. Völlig zufrieden und vollgestopft mit gutem Essen setzten wir unsere Reise fort.

Turin ist  eine grosse, faszinierende Stadt. Wir besichtigten die Superga, ein Hügel  in der Nähe von Turin mit einer super Aussicht über  die ganze Stadt. Superga ist mit einer traurigen Geschichte verbunden. 1949 flog ein Flugzeug wegen des dichten Nebels in den  Hügel rein und alle Insassen starben. Das Spezielle: es handelte sich um die Fusssballmannschaft AC Turin, welche dazumals zu den besten Mannschaften Italiens zählte und „Il Grande Torino“ benannt wurde. Natürlich besuchten wir die Gedenkstätte, welche sehr eindrücklich war. Aus der ganzen Welt waren Leute gekommen, um den Gefallenen ihren Respekt zu zollen. Die Rivalität im Sport hat ihre Grenzen: das Leben hat einen höheren Stellenwert, denn auch die verfeindeten Mannschaften und deren Fans hatten ihren Respekt nach der Tragödie gezeigt.

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Basilica della Superga

Ich kann euch kein Foto der Gedenkstätte zeigen, da ich aus Respekt kein Foto gemacht habe. Am Abend gingen wir in ein sehr renommiertes Restaurant namens „Scannabue“, um unseren letzten Abend zu feiern. Das Essen war unbeschreiblich gut! Zurück in der Wohnung stiessen wir noch ein letztes mal an und gingen dann schlafen. Am nächsten Tag passierte nicht viel: wir fuhren in die Schweiz zurück und verabschiedeten uns in Zürich. So endete unser Roadtrip nach fast 3 Wochen. Nochmals vielen Dank an euch, Fredrik und Michel für die super Zeit und hoffentlich bald auf ein neues Abenteuer!

P.s: Vergiss nicht, dass du alle Fotos der Reise in Form einer Diashow in der Bildergalerie ansehen kannst. Gerne freue ich mich auf ein kleines Feedback und auf ein „Gefällt mir“.

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Selfie vor der Basilica

 


 

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