Roadtrip durch bella Italia – Ischia

Wie versprochen kommt jetzt der zweite von drei Teilen unseres Roadtrips. Der dritte Teil folgt dann am 1. März. Ich werde dir in diesem Beitrag von unserer Woche in Ischia, einer kleinen Insel vor Neapel, erzählen. Als erstes fuhren wir von Veroli Richtung Pozzuoli. Pozzuoli ist eine kleine Hafenstadt in der nähe von Neapel. Es ist nichts spezielles, aber an diesem Ort hatten wir mit dem Cousin meiner Mutter abgemacht, um uns zu treffen und ein bisschen zu quatschen. Pozzuoli ist der näher gelegene Hafen zu Ischia und es ist  auch viel angenehmer,  als in Neapel die Fähre zu nehmen, wo es immer sehr viel Verkehr hat. Falls Du jemals nach Ischia gehen willst, lege ich dir ans Herz, die Fähre von Pozzuoli aus zu nehmen. Glaub mir, das willst du dir nicht antun, mit dem Auto durch Neapel zu fahren.

Ich erinnere mich, dass es an diesem Tag fast immer regnete, aber genau als wir auf der Fähre nach Ischia waren, hörte es wie von Zauberhand auf zu regnen. Wir beschlossen unsere Regenjacken zu nehmen, weil es immer noch kalt war,  und draussen zu sitzen, damit wir die ganze Fahrt die Meeresbrise und denn Ausblick aufs Meer und die nahe gelegenen Inseln geniessen konnten. Die Fahrt dauerte circa eine Stunde und ich weiss noch, dass es aufgrund des Fahrtwindes sehr kalt war. Trotzdem wollten wir uns nicht ins Warme reinsetzen. Als wir im Hafen von Ischia Porto ankamen, fühlte ich mich ein bisschen wie zu Hause. Du musst wissen, dass meine Familie und ich früher in fast  allen Frühlingsferien nach Ischia gereist waren. Das letzte mal war vor circa drei Jahren und ich merkte sofort, dass ich Ischia vermisst hatte. Da es schon circa fünf Uhr nachmittags war, haben wir an diesem Tag nicht mehr sonderlich viel unternommen. Wir haben in der Residence Quattro Venti in Ischia Porto (kann ich wärmstens empfehlen, da es direkt am Meer liegt und doch sehr nahe zur belebten Hauptstrasse, der Via Roma. Mit meiner Familie bin ich schon seit mittlerweile 20 Jahren immer dorthin gegangen und der Besitzer Maurizio Biondi ist ein super Typ und immer hilfsbereit bei Problemen)  eingecheckt und sind danach kurz der Hauptstrasse Via Roma entlang gelaufen. Ich kann mich aber noch sehr gut an den Abend erinnern, als wir kochen mussten. Ich hatte nicht wirklich Lust zu kochen, darum tischte ich, während Fredrik und Michel kochten. Ich weiss noch ganz genau, dass Michel behauptete er müsse nie Weinen beim schneiden einer Zwiebel. Jedoch kam es ganz anders und Fredrik und ich amüsierten uns prächtig beim zusehen.

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Hafen von Pozzuoli

Am zweiten Tag standen wir so gegen 10 Uhr auf, frühstückten und machten uns bereit, um am Strand zu faulenzen. Ich sage euch geradewegs: Der Strand von Ischia ist nichts besonderes. Ich liebe es aber, einfach am Strand zu faulenzen, die Sonne zu geniessen, Musik zu hören und ab und zu einfach einer schönen Frau hinterher zu schauen (natürlich ganz diskret). Also wir drei lagen den ganzen Vormittag da und faulenzten oder spielten im Wasser mit einem Ball. Ach ja, da fast der ganze Strand Privatstrand ist, muss man damit rechnen, dass man keinen guten Platz am Strand bekommt, ausser man zahlt für einen Liegestuhl. Ich glaube, das ist aber fast überall so in Italien. Am späten Nachmittag duschten wir und zogen uns an, um die Stadt zu erkunden und ausschau nach einem Restaurant zu halten. Was ich vielleicht noch erwähnen sollte –  damit es keine Missverständnisse gibt – ist, dass die Insel Ischia heisst und der Hauptort ebenso. Die Stadt Ischia ist auch in 2 Teile unterteilt Neu- und Altstadt. Ischia, die Stadt, hat eigentlich nur eine Hauptstrasse und viele kleine Nebenstrassen. Auf der Hauptstrasse befinden sich allerlei Läden, vom Lebensmittelladen bis zum teuren Kleiderladen. Um jedoch gut zu speisen, empfehle ich euch beim Hafen zu schauen, an der Riva Destra, da sich dort die meisten guten Restaurants befinden. Mein lieblings Restaurant war früher Da Gennaro. Leider ist der frühere Besitzer, den ich schon seit langer Zeit persönlich kannte, in Rente gegangen. Darum liefen wir eine Weile am Hafen entlang und schauten uns die Restaurants an. Immer wieder wurden wir in schlechtem Englisch oder Deutsch angesprochen, ob wir uns doch nicht hineinsetzen wollten. Dieses penetrante und aggressive Bezirzen störte uns mit der Zeit mehr und mehr und wir überlegten uns schon einen Plan, um nicht mehr immer gefragt zu werden. Unser Plan war, uns als Norweger oder Schweden auszugeben (Fredrik ist ja zur Hälfte Schwede) und zu sagen dass wir kein Englisch könnten. Jedoch verwarfen wir diesen Plan, weil die Nordländer ja meistens sehr gut Englisch können. Wir haben schlliesslich in einer Pizzeria gespeist und ich war wirklich zufrieden. Endlich wieder eine richtige napoletanische Pizza.

Am zweiten Tag gingen wir in die Thermalbäder. Ihr müsst wissen, dass Ischia für seine Thermalbäder bekannt ist. Diese sind meistens grosse, parkähnliche Anlagen mit vielen verschiedenen Becken und einem schönen Strand. Die Thermalbäder sind jedoch sehr teuer, aber ab und zu darf man sich ja auch mal was gönnen. Wir faulenzten den ganzen Tag in den Thermalbädern und ab und zu regte ich mich über die kleinen Kinder auf (ich glaube, zum ersten mal fühlte ich mich so richtig alt). Das Ambiente dort war aber super. Es war grösstenteils sehr ruhig, es gab wenig Leute und viel Platz, aber das beste war einfach, dass man so richtig die Seele baumeln lassen konnte und nicht gestört wurde. Jedoch vermisste ich meine Freundin, als ich all die Pärchen sah. Darum als Pärchen, als eher älteres Ehepaar oder wenn man eifach nur mal die Ruhe geniessen will, kann ich dieses Thermalbad, in dem wir waren, nur empfehlen. Auf Anfrage kann ich euch sehr gerne beraten, welches die Idealen Thermen für euren Urlaub sind.

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Kleines Paradies in Ischia

Am dritten Tag beschlossen wir, die Altstadt Ischia Ponte zu besichtigen. Die Altstadt besteht eigentlich auch wieder nur aus einer Hauptstrasse mit vielen kleinen Restaurants und vielen kleinen Nebenstrassen. Zur Altstadt gelangt man, indem man von der Neustadt der Hauptstrasse folgt. Jedoch wird die Hauptstrasse gegen Schluss eher etwas unspektakulär, darum beschlossen wir, dem Strand entlang zu laufen auf der Spiaggia dei Pescatori. Von dort aus kann man schon das Castello Aragonese sehen, unser Hauptziel für diesen Tag. Die Altstadt ist wirklich nichts besonderes, andererseits sollte man sie mindestens einmal gesehen haben, wenn man in Ischia ist. Als wir endlich vor dem Castello Aragonese standen, diskutierten wir ob wir rein gehen sollten, da man Eintritt bezahlen musste. Ich war eher dagegen, da ich es schon kannte und auch Michel wollte nicht wirklich für den Eintritt zahlen. Da wir in der Mehrheit waren, sahen wir uns die Burg nur von aussen an und machten noch ein paar Fotos davon. Wer aber auf Mittelalterzeugs steht, der würde sich sicher freuen die Burg zu besichtigen, mehr will ich euch nicht spoilern. Auf dem Rückweg liefen wir durch einen kleinen Park der genau vor der Neustadt endet. Ich finde den Park auch nicht wirklich etwas spezielles, aber es schadet ja nicht, dort mal durch zu laufen. Zum Schluss machten wir eine Rast in der Dolce Sosta eine schöne Bar die super Eis, Cocktails, Fruchtsäfte und typische napoletanische Süssgebäcke zubereitet. Wer in Ischia ist und dort nichts bestellt hat, der war gar nie wirklich in Ischia.

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Spiaggia dei Pescatori mit Castello Aragonese im Hintergrund

Den Rest vom Tag verbrachten wir dann faul am Strand, wie es sich auch für Jugendliche gehört. Am darauf folgenden Tag kam für mich eigentlich das Highlight unserer Reise. Wir nahmen die Fähre zurück nach Pozzuoli, um dort den Cousin meiner Mutter zu treffen. Er hatte uns nämlich versprochen, dass er uns auf seine Yacht mitnimmt und uns den Golf von Neapel zeigt. Also von dort aus fuhren wir mit der Yacht gen Süden Richtung Amalfiküste und später fuhren wir zur nahe gelegenen Insel Procida um dort in einer ruhigen Bucht zu schwimmen. Da der Cousin meiner Mutter oft mit seiner Yacht hinausfährt, kennt er auch gute Orte um zu schwimmen oder um zu fischen. Wie ich dir vorher schon erzählte, war dies das Highlight unserer Reise. Fredi und Michel wenn ihr das lest, schreibt doch mal, was für euch das Highlight unserer Reise war.

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Am nächsten Tag war für mich mal ein ruhiger Tag, da Fredi und Michel nach Neapel fuhren, um Pompeii zu besichtigen. Da ich schon mehrmals dort gewesen war und es zusätzlich noch stark regnete, beschloss ich zuhause zu bleiben und mal alle Bilder von unserer Reise durchzuschauen und die schlechten zu löschen. Ich genoss es aber sehr, mal wieder einen Tag allein zu sein und nichts zu machen. Jedenfalls was ich dir sagen kann, wenn du Pompeii noch nicht kennst, geh auf jedenfall dorthin und schau es dir an oder wenn du faul bist, nutze einfach mal deine freie Zeit um über deine Reise zu reflektieren.

Am folgenden Tag unternahmen wir wieder zu dritt eine Inselrundfahrt mit dem Auto, damit Michel und Fredi noch mehr von Ischia sehen konnten. Und da man die Insel in eins bis zwei Stunden mit dem Auto umfahren kann, ist es sehr gut für einen Tagesausflug geeignet. Als erstes fuhren wir nach Casamicciola Terme, um einen „speziellen“ Laden zu suchen, ich gehe aber jetzt besser nicht näher drauf ein. Schlussendlich nach 20-30 Minuten suchen haben wir ihn gefunden aber er war leider geschlossen. Die nächste Etappe war dann Lacco Ameno, das einzig Sehenswerte dort war eigentlich nur Il Fungo, eine spezielle Felsformation die an einen Pilz erinnern soll  (siehe Bild).

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Il Fungo (Lacco Ameno)

Als nächstes ging es nach Sant`Angelo der „schönste“ Teil von Ischia, auch wenn ich Ischia(die Stadt) viel schöner finde. Hier beschlossen wir dann, etwas kleines zu trinken da wir Durst hatten und wir setzten uns in ein kleines Café nahe dem Meer. Ich finde es ist wirklich ein herziges Dörfchen aber wirklich viel kann man dort nicht machen, heisst nach 1-2 Fotos und einem Erfrischungsgetränk ging es schon wieder weiter und auch zugleich wieder zurück.

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Obwohl ich jetzt beim schreiben gerade merke, dass wir den Lido dei Maronti ausgelassen haben aus mir unerklärlichen Gründen. Du musst wissen der Lido dei Maronti ist ein sehr spezieller Strand den man besuchen muss. An der Westseite der Spiaggia dei Maronti, also in Richtung Sant’Angelo, merkt man, dass Ischia eine Vulkaninsel ist. Hier erwärmen Fumarolen, den Sand. Der Sand kann so warm werden dass man dort auch ein Spiegelei kochen kann.  Der Lido dei  Maronti ist also ein Muss. Falls wir das wirklich ausgelassen haben, muss ich mich bei Euch(Fredi&Michel) entschuldigen, dass ich so ein schlechter Fremdenführer war. Sonst müssen wir es ein anderes Mal nachholen. Am Nachmittag mussten wir dann packen, da wir am nächsten Tag wieder die Fähre nach Pozzuoli nehmen mussten. Am Abend gingen wir natürlich nochmals auswärts essen um unseren Aufenthalt in Ischia gebührend zu verabschieden. Nächsten Monat werde ich dir von unserer Rückreise nach Zürich erzählen. In der Bildergalerie kannst du jetzt neuerdings alle Fotos, auch die die nicht in diesem Beitrag waren, in Form einer Diashow vom Roadtrip ansehen. Also stay tuned!

 


 

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